Heizung Die Wärmepumpe aus auch nur eine Stromheizung, ähnlich wie ein Nachtspeicher.

Published on Januar 25th, 2013 | by André Burghardt

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Wärmepumpe:
Gut für die Stromkonzerne

Rund ein Viertel aller Neubauwohnungen wurden mit einer Wärmepumpe versehen, sagt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Aber warum eigentlich? Sie macht jetzt schon kaum Sinn und es wird immer schlechter…

Was macht eine Wärmepumpe genau? Die Hersteller sagen, dass eine Wärmepumpe Erd-, Luft- oder Grundwasserwärme aufnimmt und diese effizient zu nutzbarer Heizwärme wandelt. Also eine Heizungsart aus erneuerbaren Ressourcen ist. Stimmt das? Im Grunde ja. Allerdings benötigt die Wärmepumpe dafür elektrischen Strom, und zwar eine ganze Menge.

Grundsatz: Niemals Wärme aus Strom

Für umweltfreundliche Heizungen und alle anderen Arten der energieeffizienten Wärmeerzeugung gilt ein Grundsatz, den jeder Energieberater kennt: Niemals Wärme mit elektrischem Strom erzeugen. Die Stromerzeugung und der -Transport sind leider so verlustbehaftet und umweltschädlich, dass elektrischer Strom viel zu kostbar ist, um ihn “nur” für die Wärmeerzeugung zu nutzen.

Ja zur Wärmepumpe?

In modernen Häusern wird nicht viel Heizwärme benötigt. Daher macht das äußert wartungsarme Wärmepumpensystem auf dem Papier erst einmal Sinn. Zusätzlich dazu bieten viele Stromanbieter einen vergünstigten Stromtarif an, ähnlich wie bei der Nachtspeicherheizung: Etwa 17,5 Cent pro kWh (Ab April 2013 etwa 19,8 Cent) kostet der Niedertarif-Strom (NT). Wärmepumpenhersteller rechnen vor, dass man für ein Kilowatt Strom etwa vier Kilowatt Wärme erzeugen kann: Also kostet eine Kilowattstunde Wärme durch den vergünstigten Strom 4,5 Cent (Ab April 2013: 5 Cent). Zum Vergleich: Heizen mit Gas kostet 6 Cent pro Kilowattstunde. Das ist also nicht viel, aber leider direkt abhängig vom Strompreis. Und dieser steigt und steigt. Außerdem ist die eins-zu-vier-Rechnung in der Praxis selten erreichbar.

Strom-Vergünstigung: Warum?

Seit den 50er-Jahren verkaufen die Stromkonzerne den Nachtspeicherheizungs-Strom günstig, um in verbrauchsschwachen Zeiten (Nachts, Mittags) eine kontinuierliche Auslastung der Kohle- und Kernkraftwerke künstlich zu erzeugen. Der NT (Nachtstrom, Nebentarif, Niedertarif) ist den Energieherstellern auch heute wieder wichtig, denn neuerdings fallen zusätzlich „Überlasten“ durch die Windkraft- und Solaranlagen an. Da es immer weniger Stromspeicherheizungen in Deutschland gibt, fällt hier also Potential weg. Ein Ausweg aus dieser „Misere“: Man bringt seine Kunden einfach dazu, sich neue Stromheizungen anzuschaffen. Das wäre dann die Wärmepumpe.

Wärmepumpe ist die neue Nachtspeicherheizung

In der Tat ist es so, dass Stromanbieter sehr häufig hohe Investitionszuschüsse geben, wenn ein Stromkunde eine Wärmepumpe anschafft. Und bestimmt hat der ein oder andere Energiekonzern über drei Ecken eine Beteiligung an einer Wärmepumpenfirma. Viel deutlicher spricht jedoch folgende Tatsache für sich: Die Stromanbieter dürfen die Wärmepumpe bzw. den Niedertarif nach belieben an- und abschalten. Wenn ein Energiekonzern also Überlasten im Netz hat, darf der Wärmepumpenbesitzer günstig heizen. Wenn nicht, dann nicht.

Kosten für Wärmeerzeugung: Stark geschönt

Aus einem kWh Strom werden vier kWh Wärme: Diese Werte sind “schöngerechnet”. Man bekommt nur im absoluten Idealfall und bei Nutzung von Erd- oder Grundwasserwärme eine Strom-Wärme-Umsetzung von 1:4. Das Fraunhofer Institut hat in einer Studie belegt, dass die meisten  Wärmepumpenheizungen eben nicht auf diesen Wert kommen. Vielmehr liegt der Durchschnittswert, im Fachjargon JAZ oder COP genannt, bei gerade einmal 3 (Luftwärmepumpe) und 3,5 bis 3,7 (Erwärme und Grundwasser). Luftwärmepumpen sind die günstigsten Wärmepumpensysteme und werden daher häufig verbaut. Diese heizen das Haus dann für 6 Cent pro Kilowattstunde. Und damit sind sie genauso teuer wie eine Gasbrennwertheizanlage, Tendenz steigend.

Erneuerbare Energie? Nicht ganz.

Der vergünstigte Wärmepumpenstrom fast immer ist Atom- oder Kohlestrom, als genau das Gegenteil von “erneuerbar”. Möchte man seine Wärmepumpe mit „grünem“ Strom betreiben, kostet die Kilowattstunde Wärme schon etwa 8,3 Cent bei einer Umsetzung von 1:3. Selbst wenn man weiter den vergünstigten Stromtarif in Anspruch nimmt: Auch dieser wir immer teuer, und zwar sehr viel schneller als zum Beispiel Erdgas oder Holz als Energiequelle.

Was ist besser als eine Wärmepumpe?

  • Holzheizung
  • Solarthermie (als Zusatz)
  • Fernwärme
  • Gasbrennwerttherme

Meine Quellen:

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denkt vermutlich ständig über Energie nach, ist Diplom-Journalist (FH), war leitender Redakteur bei www.Energiesparen-im-Haushalt.de und www.Energieeffizienz-im-Betrieb.net.



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